Griechisch (EL)

Lingua greca

Language family: LATEINISCH / GRIECHISCH

Alphabet: GRIECHISCH

griechisch

Griechisch ist wahrscheinlich die älteste Sprache Europas. Schließlich existiert sie in der gesprochenen Form seit mehr als 4000 Jahren und kann auf eine mehr als dreitausendjährige Schrifttradition zurückblicken.

Die griechische Schrift entstand aus einer Weiterentwicklung der phönizischen Schrift, die sich als so funktionell erwies, dass sie direkt oder indirekt als Modell bei der Ausbildung sämtlicher Alphabete des Abendlandes diente.

Heute bildet das klassische Altgriechisch einen maßgeblichen Bestandteil des Wortschatzes der indoeuropäischen Sprachen und unzählige dem Altgriechischen entlehnte Wörter finden sich in zahlreichen wissenschaftlichen Fachsprachen. Das moderne Griechisch ist das Ergebnis der Bemühungen um eine Gemeinsprache, die aus dem Mykenischen heraus entstanden ist. Es unterscheidet sich wesentlich von der ‚Katharevousa‘, einer von Puristen entwickelten und an das Ideal des Altgriechischen angelehnten Hochsprache, die im 20. Jahrhundert von den totalitären Regimen zur Amtssprache erklärt wurde.

Ab 1976 ist die neugriechische Sprache (Néa Elliniká) die Amtssprache des heutigen Griechenlands. Bei dieser auch als „Koinè“ bezeichneten Sprache, handelt es sich um eine Gemeinsprache, die auf einer ab dem 19. Jahrhundert auch in der Literatur umfassend verwendeten Volkssprache basiert, in die jedoch auch zahlreiche Elemente der Hochsprache eingeflossen sind.

Neugriechisch wird heute von ca. 12 Millionen Personen gesprochen. Es ist die Amtssprache der Griechischen Republik und, zusammen mit Türkisch, eine der beiden Amtssprachen der Republik Zypern. Das heutige Griechisch wird darüber hinaus von ca. 2-3 Millionen im Ausland lebenden Griechen gesprochen, vor allem in den Vereinigten Staaten, in Australien, in Deutschland und in Großbritannien. In jedem dieser Länder hat die Sprache spezifische Besonderheiten entwickelt, wobei allen Varianten der Wegfall des Dativs, des Plusquamperfekts, des Optativs, des absoluten Genitivs sowie die Ausbildung periphrastischer Formen und die Übernahme ausländischer Wörter gemeinsam ist.

In das Neugriechische sind zahlreiche Fremdwörter eingeflossen, zunächst aus dem Lateinischen und Hebräischen und in der Folgezeit aus dem Türkischen und dem Italienischen. Im 19. Jahrhundert begünstigten die engen Beziehungen Griechenlands zu den Ländern Westeuropas die Übernahme einer Vielzahl von Fremdwörtern, sowohl in der materiellen als auch der geistigen Sphäre. Parallel dazu hielten wiederum viele Wörter griechischen Ursprungs Einzug in die Sprachen Westeuropas, man denke dabei nur an den wissenschaftlich-medizinischen Bereich.

Das neugriechische Alphabet umfasst 24 Buchstaben (7 Vokale und 17 Konsonanten) und ist mit dem altgriechischen Alphabet identisch.

Die neugriechische Aussprache basiert auf dem so genannten Itazismus, dessen Name von dem Graphem I abgeleitet wurde, das als „iota“ ausgesprochen und als i gelesen wird. Allerdings ist der Großteil der Gräzisten der Ansicht, dass die historisch korrekte Aussprache die des so genannten Etazismus ist, in der das Graphem H als „eta“ bezeichnet und als e gelesen wird.

Ein weiteres Merkmal der griechischen Schrift ist die Deklination sämtlicher Substantive und Adjektive und alle klein geschriebenen Wörter tragen einen Akzent (abgesehen von den einsilbigen Wörtern); in der Großschreibung fällt der Akzent hingegen weg.

FAQ

Müssen im Griechischen alle Eigennamen transliteriert werden?

Nein, Eigennamen (z. B. von Städten, Firmen etc.) können im lateinischen Alphabet gelassen werden. In manchen Fällen ist die Transliteration für eine höhere Lesbarkeit ratsam.

Müssen die Maßeinheiten im Griechischen übersetzt werden?

Nein, die internationalen Maßeinheiten (kg, kW, m etc.) bleiben unverändert.

Griechisch (EL) ultima modifica: 2016-08-20T08:00:52+02:00 da interlanguage.it