Arabisch (AR)

Lingua araba

Language family: SEMITISCH

Alphabet: ARABISCH

arabisch

Arabisch war ursprünglich nur einer der zahlreichen semitischen Dialekte der arabischen Halbinsel. Heute ist Arabisch die Amtssprache der Mitgliedsländer der Arabischen Liga. Daneben ist Arabisch auch die Sprache des Islams und des Korans, der heiligen Schrift dieser Weltreligion, der weltweit mehr als eine Milliarde Muslime angehören.

Mit über 200 Millionen Muttersprachlern belegt Arabisch auf der Rangliste der meistgesprochenen Sprachen der Welt den sechsten Platz. Außerdem ist Arabisch eine der Amtssprachen der Vereinten Nationen. Arabisch wird in den folgenden Ländern als Mehrheitssprache gesprochen: Algerien, Saudi Arabien, Bahrain, Ägypten, Vereinigte Arabische Emirate, Irak, Jordanien, Kuwait, Libanon, Libyen, Mauretanien, Marokko, Oman, Katar, Sudan, Syrien, TunesienPalästinensische Autonomiegebiete (Westjordanland und Gazastreifen), Westsahara und Jemen. In zahlreichen weiteren Ländern, wie beispielsweise in Israel, ist Arabisch als Minderheitensprache verbreitet.

Die Besonderheit der arabischen Sprache besteht darin, dass sie sehr reich an Konsonanten und arm an Vokalen ist. Das Alphabet verfügt über 28 Konsonanten sowie ein besonderes Phonem, den so genannten Knacklaut („Hamza“). Drei dieser Buchstaben sind als Halbkonsonanten (oder Halbvokale) zu betrachten, da sie auch zur Verlängerung der einzigen drei vokalischen Laute des klassischen Arabisch (a, u, i) verwendet werden. In Wirklichkeit sind jedoch auch die beiden vokalischen Laute „e“ und „o“ in den zahlreichen regionalen Dialekten des Arabischen weit verbreitet. Dies macht die Transkription arabischer Texte mit dem lateinischen Alphabet ausgesprochen komplex. Tatsächlich wäre es im Sinne einer größeren Einheitlichkeit wünschenswert, das „klassische“ System konsequent anzuwenden. Damit könnte eine Aufspaltung in unzählige phonetische Varianten je nach Arabisch sprechendem Land vermieden werden. In der Tat muss in Bezug auf die arabische Welt nicht nur von einer Diglossie (Unterschied zwischen gesprochener und geschriebener Sprache), sondern vielmehr von einer regelrechten Pluriglossie gesprochen werden.

Die kurzen Vokale (a, u, i) werden durch drei unterschiedliche Vokalzeichen gekennzeichnet, die über oder unter dem Konsonanten positioniert werden, der dem Vokal unmittelbar vorausgeht. Dabei handelt es sich um das Fatha, ein kurzer Schrägstrich, der über den mit „a“ zu vokalisierenden Konsonanten gesetzt wird; das Kasra, ein kurzer Schrägstrich, der unter den mit „i“ zu vokalisierenden Konsonanten gesetzt wird sowie das Damma, das in der Form einer kleinen Neun nachempfunden ist und das über den mit „u“ zu vokalisierenden Konsonanten gesetzt wird. Wer bereits mit der Grammatik und dem Wortschatz der arabischen Sprache vertraut ist, dem genügt das Wortgerüst ohne eine entsprechende Vokalkennzeichnung, um die Texte korrekt lesen und verstehen zu können. Lediglich in Wörterbüchern, Schulbüchern, im Koran und in sonstigen literarischen Werken, wo absolute Lesegenauigkeit gefordert ist, werden die oben genannten Vokal- und Hilfszeichen zur Vokalverdoppelung etc. angebracht.

Je nach ihrer Position am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Wortes, variiert die Form der arabischen Buchstaben leicht. Im Unterschied zum Deutschen, kennt das Arabische keine Silbentrennung am Zeilenende. Vielmehr werden die Buchstaben entweder enger oder weiter auseinander geschrieben, um das Wort innerhalb des verfügbaren Platzes innerhalb der Zeile vollständig auszuschreiben.

Die Lese- und Schreibrichtung von Arabisch ist von rechts nach links. Dies hat zur Folge, dass Bücher in arabischer Sprache rechts gebunden werden; sie werden also in entgegengesetzter Richtung als die für uns übliche Richtung durchgeblättert. Damit befindet sich das Deckblatt dort, wo wir üblicherweise die Rückseite des Deckblatts einfügen und auch die möglicherweise in den Text eingefügten Bilder werden spiegelbildlich angeordnet.

Was die Zahlschrift anbelangt, haben die Araber von den Indern das auf dem Konzept der Null basierende dezimale Stellenwertsystem übernommen und dieses System während des Mittelalters an die Europäer weitervermittelt. In der Tat werden diese Zahlen bei uns noch heute arabische Ziffern genannt; nur in Englisch werden sie als European numerals bezeichnet. Im Gegensatz zur arabischen Schreibrichtung von rechts nach links, werden die Zahlen auch in arabischen Texten von links nach rechts dargestellt. In den arabischen Ländern werden sowohl die arabischen Zahlen als auch die so genannten indischen Ziffern verwendet (d. h. im arabischen Alphabet geschriebene Zahlen, die im Englischen als Arabic numerals bezeichnet werden). In beiden Fällen werden die Tausenderzahlen mit einem Komma und die Dezimalzahlen mit einem Punkt getrennt.

Obwohl das Arabische eine konstant um seine Reinheit bemühte Einheitssprache ist, hat seine überaus großflächige Verbreitung zur Ausprägung zahlreicher regionaler Varianten geführt; diese haben sich jedoch nicht so weit voneinander entfernt, als dass die Verständigung zwischen den einzelnen Varianten nicht mehr möglich wäre. Tatsächlich wird ein Arabisch sprechender Algerier immer noch problemlos von einem Ägypter, einem Syrer oder umgekehrt verstanden.

FAQ
Muss man beim Übersetzen ins Arabische Eigennamen und Kürzel umschreiben?
In vielen Fällen ist es vorzuziehen, Eigennamen (z. B. Personennamen) ins Arabische umzuschreiben, d. h. die Aussprache des Namens in der Originalsprache unter Verwendung der am besten geeigneten Schriftzeichen wiederzugeben. In anderen Fällen, wie z. B. bei Kürzeln oder Namen von Handelsmarken, zieht man eine unveränderte Übertragung vor.

Wird in Arabisch zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden?
Nein, die Großschreibung existiert nicht.

Verwendet man im Arabischen die Fett- und Kursivschrift?
Die Kursivschrift wird normalerweise nicht verwendet. Es kann jedoch vorkommen, dass die Kursivschrift in bestimmten Fällen gefordert wird, und um die kursiv geschriebenen Textteile hervorzuheben, kann in der Übersetzung mit alternativen Lösungen wie beispielsweise der Unterstreichung gearbeitet werden. Die Fettschrift wird wie auch in den westlichen Sprachen zur Hervorhebung genutzt.

Schreibt man Arabisch nur von rechts nach links oder sind andere Richtungen möglich?
Arabisch ist eine Sprache mit zwei Schreibrichtungen: die Wörter werden ausschließlich von rechts nach links geschrieben und gelesen. Sind jedoch innerhalb des Textes zum Beispiel Wörter des lateinischen Alphabets oder Ziffern eingefügt, laufen diese normal von links nach rechts.

Gibt es im Arabischen Regeln für die Silbentrennung?
Nein, es gibt keine Silbentrennung im Arabischen. Beim Schreiben am Computer werden die Schriftzeichen am Zeilenende gegebenenfalls bis zum Zeilenende verlängert, anstatt die Wörter in Silben zu trennen.

Muss man bei der Übersetzung einer Bilanz ins Arabische die Zahlen umschreiben und die indische Zahlenschrift verwenden?
Die Umschreibung ist zwar nicht zwingend erforderlich, allerdings zieht man in der arabischen Welt die indischen Zahlen vor, da diese gebräuchlicher sind. Allerdings werden insbesondere im Rahmen von Beziehungen zum Westen die arabischen Ziffern allgemein akzeptiert, da diese für beide Seiten bequem zu verstehen und einfacher zu kontrollieren sind.

Werden besondere Fonts oder Programme benötigt, um arabische Texte zu layouten?
Die in den meisten Grafikprogrammen enthaltenen OpenType-Fonts können auf das arabische und das lateinische Alphabet angewendet werden und sind vollständig mit den Betriebssystemen Macintosh und Windows kompatibel. Allerdings müssen die Grafikprogramme jedoch über entsprechende Funktionen für die Verwaltung von bidirektionalen Sprachen verfügen und zudem sind spezifische Kenntnisse für das Layout erforderlich.

Kann ich einen arabischen Text auf einem Mac Computer lesen und bearbeiten?
Sowohl Windows als auch Macintosh sind in der Lage, arabische Texte zu verarbeiten; hierzu muss allerdings in den Systemeinstellungen die betreffende Sprache ausgewählt und die OpenType-Fonts verwendet werden.

Arabisch (AR) ultima modifica: 2014-11-05T08:00:39+02:00 da interlanguage.it