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Norwegisch (NO)

norwegisch

Die norwegische Sprache gehört zum nordgermanischen Zweig der indoeuropäischen Sprachen. Während sie ursprünglich (gemeinsam mit Isländisch) zu den westskandinavischen Sprachen gehörte, hat sie sich im Laufe der Jahrhunderte spürbar an die ostskandinavischen Sprachen (Dänisch und Schwedisch) angenähert; dies nicht zuletzt durch die mehr als 400 Jahre andauernde Besatzung durch Dänemark, während der Dänisch die einzige Amts- und Schriftsprache war. Erst nach der Trennung Norwegens von Dänemark im Jahre 1814, begann sich die norwegische Schriftsprache zu entwickeln und eigenständige Merkmale herauszubilden.

Heute wird Norwegisch von mehr als 4 Millionen Menschen gesprochen, die im Wesentlichen in Norwegen leben.

Das Norwegische verwendet das lateinische Alphabet, das durch einige diakritische Zeichen ergänzt wird.

Kennzeichnend für die norwegische Sprache ist, dass sie zwei Standardvarietäten umfasst, nämlich Bokmål und Nynorsk, die beide amtlich anerkannt sind.

Bokmål („Buchsprache“) wird von circa 85 % der norwegischen Bevölkerung verwendet und basiert überwiegend auf der dänischen Schriftsprache. Nynorsk („Neunorwegisch“) wird von den verbleibenden 15 % genutzt und wurde in den 1850er Jahren von dem bedeutendsten norwegischen Dichter, Sprachwissenschaftler und Intellektuellen Ivar Aasen aus einer Vielzahl unterschiedlicher ländlicher Mundarten gebildet. Ihm ist als Vater des Nynorsk auch das Ivar Aasen Zentrum gewidmet. Dabei handelt es sich um das wichtigste Gremium Norwegens für die Pflege und die Verbreitung der neuen Sprache.

Seitens des Staates sind die beiden Sprachformen Bokmål und Nynorsk offiziell gleichgestellt und in der Schule wird je nach geographischem Standort entweder in der einen oder anderen Variante unterrichtet; dabei ist Nynorsk im Wesentlichen im Landesinneren, vor allem im westlich gelegenen Vestlandet verbreitet, wohingegen Bokmål in Oslo und der Region Østlandet dominiert. Schüler müssen allerdings die jeweils andere Schriftform zumindest passiv beherrschen.

Viele Gemeinden und einige Landkreise sind jedoch „sprachneutral“, d. h. es wird sowohl Bokmål als auch Nynorsk verwendet.

Die Unterschiede zwischen den beiden Sprachvarianten betreffen in erster Linie die morphologische und die lexikalische Ebene. In der Tat ist der Wortschatz des Bokmål reich an Lehnwörtern aus dem Dänischen, wohingegen das Nynorsk reineren Formen den Vorzug gibt. Darüber hinaus gibt es markante Unterschiede in der Aussprache der Wörter, wobei dies in erster Linie auf dialektale Einflüsse zurückzuführen ist: tatsächlich verfügt Norwegen über eine solche Vielzahl unterschiedlicher Dialekte, dass es im Bereich der gesprochenen Sprache kein Standardnorwegisch gibt. Jedoch verursachen diese Dialekte, abgesehen von einigen wenigen sehr ausgeprägten Dialekten, keinerlei Verständigungsprobleme der Norweger untereinander.

Die Grammatik weist große Ähnlichkeit mit der Grammatik der anderen skandinavischen Sprachen auf und gleicht darüber hinaus dem Deutschen, insofern als dass das finite Verb immer die zweite logische Position innerhalb des Satzes belegt. Anders als im Deutschen wird jedoch das Verb in einem Nebensatz nicht an das Satzende gestellt, sondern es wird vielmehr eine Veränderung innerhalb des logischen Aufbaus des Satzes vollzogen: In den Haupt- und Nebensätzen gilt das Schema Subjekt-Verb-Adverb, in den Nebensätzen hingegen das Schema Subjekt-Adverb-Verb. Jedoch wird diese Regel auch von den Norwegern selbst nicht immer berücksichtigt.

Die norwegische Rechtschreibung ist sehr regelmäßig. Fremdwörter werden oft an die heimische Schreibweise angepasst, so verwandelt sich beispielsweise das französische „chance“ in das norwegische „sjanse“. Ein charakteristisches Merkmal in diesem Zusammenhang ist die Schreibweise von x mit ks, wie beispielsweise in straks, und die Verwendung von k oder s anstelle von c, wo immer dies möglich ist. Diese Schreibweisen werden vor allem von jüngeren Leuten als exotisch und damit moderner bewertet.

Neben anderen nordeuropäischen Ländern wie Finnland, den Niederlanden und Dänemark, ist Norwegen eines der europäischen Länder mit dem höchsten mehrsprachigen Bevölkerungsanteil, d. h. viele Norweger sprechen mindestens eine oder mehrere Fremdsprachen.

Norwegen gehört nicht zur Europäischen Union, ist aber wie Island Mitglied des Schengener Abkommens über die Freizügigkeit von Personen, Waren und Dienstleistungen innerhalb der Grenzen der teilnehmenden Länder.

FAQ
Wenn eine Übersetzung ins Norwegische angefordert wird, muss dann die gewünschte Sprachvariante angegeben werden?
Wenn keine besonderen Wünsche genannt werden, wird die Übersetzung in Bokmål angefertigt. Falls Nynorsk erwünscht ist, muss hierauf bei der Auftragserteilung ausdrücklich hingewiesen werden.

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