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Portugierisch: Neues Übereinkommen zur Rechtschreibung

Ab dem 1. Januar 2012 gilt für alle in Portugal erstellten offiziellen Texte (Amtsblatt inbegriffen) eine neue Rechtschreibung, die vom Orthographie-Übereinkommen Portugiesisch (Acordo Ortográfico da Língua Portuguesa) festgelegt wurde. Das Übereinkommen wurde 1991 unterzeichnet. Es trat am 13. Mai 2009 in Portugal in kraft, während in Brasilien schon seit längerer Zeit gültig ist.

Das auch von allen anderen portugiesischsprachigen Ländern (Angola, Mocambique, Kap Verde, Guinea-Bissau, São Tomé und Principe und Timor Leste) ratifizierte Übereinkommen führt mehrere wichtige Änderungen für die portugiesische Rechtschreibung ein, um die beiden Sprachvarianten – brasilianisches Portugiesisch und europäisches und afrikanisches Portugiesisch – einander anzunähern.

Die Reform betrifft rund 1,65 % aller Wörter im Portugiesischen und 0,45 % aller Wörter im Brasilianischen.

Die Befürworter des Übereinkommens betonen die große Bedeutung einer weitestgehend vereinheitlichten Sprachregelung. Und zwar nicht nur, um die Kosten für Wörterbücher sowie Sprach- und Unterrichtsmaterial in portugiesischer Sprache zu senken und damit das Erlernen des Portugiesischen als Fremdsprache zu vereinfachen, sondern auch um einem Idiom mehr internationale Geltung und Bedeutung zu verleihen, das unter den meistgesprochenen Sprachen der Welt zwar auf Platz 6 rangiert, aber immer noch nicht zu den offiziellen Sprachen der UNO zählt. Die neue Rechtschreibregelung, die zu einer deutlichen Vereinheitlichung der beiden Sprachvarianten führt, berührt in keiner Weise die jeweiligen stilistischen, syntaktischen und lexikalischen Besonderheiten. Übersetzungen und Filmsynchronisationen müssen daher weiterhin der Zielregion Rechnung tragen (Portugal/Afrika bzw. Brasilien).

Für die neuen Übersetzungen in die portugiesische Sprache, deren Zielland Portugal ist, verwendet interlanguage bereits die neue Rechtschreibregelung des Übereinkommens. Im Fall von Überarbeitungen von Texten, die vor Inkrafttreten des Übereinkommens erstellt wurden und nur teilweise nachzuübersetzen sind, empfehlen wir, auch die unverändert gebliebenen Textpassagen kontrollieren zu lassen, um die Rechtschreibung an die neue Norm anzupassen. In dieser Weise wird ein „hybrider“ Zieltext vermieden und entspricht das gesamte Textmaterial den neuen Rechtschreibregeln.

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