Japanisch (JA)

Language family: ASIATISCH

Alphabet: JAPANISCH

Japanisch (1)

In ganz Japan wird fast nur Japanisch gesprochen. Mit mehr als 125 Millionen Einwohnern ist es aus linguistischer Sicht eines der homogensten Länder der Welt: 99,2 % der Bevölkerung spricht Japanisch als Muttersprache in seinen verschiedenen Varianten. Die japanische Sprache rangiert auf Platz 6 der meistgesprochenen Sprachen der Welt. Die Amtssprache Japans breitete sich von Tokio aus nach und nach durch den Einfluss der wichtigsten Massenmedien im ganzen Land aus. Trotzdem sind noch viele regionale Dialekte gebräuchlich, wobei vor allem die Dialekte des Kyoto-Osaka-Typs ihr Ansehen beibehalten.

Es gibt viele Theorien zum Ursprung dieser Sprache. Zahlreiche Gelehrte sind der Meinung, dass das Japanische in syntaktischer Hinsicht einigen altaischen Sprachen wie dem Türkischen und dem Mongolischen nahesteht. Andererseits ist eine syntaktische Analogie mit dem Koreanischen durchwegs anerkannt. In vorgeschichtlicher Zeit waren Morphologie und Wortschatz des Japanischen von den malayo-polynesischen Sprachen beeinflusst.

Die Sprache wird auch in Ländern wie Brasilien, Hawaii, Kalifornien, Guam, Marshallinseln und Palau gesprochen, in denen eine japanische Einwanderung stattgefunden hat.

Japanisch ist eine agglutinierende Sprache, die durch Verwendung chinesischer Ideogramme, den so genannten Kanji, gekennzeichnet ist. Jedes Kanji drückt eine Vorstellung oder Idee aus. Diese Schriftzeichen wurden zwischen dem 5. und 6. Jahrhundert eingeführt und später durch zwei aus dem Chinesischen abgeleitete phonetische Alphabete, Hiragana und Katakana, ergänzt. Ursprünglich handelte es sich um Piktogramme, die durch eine schematische Darstellung die Form der Dinge der sinnlich wahrnehmbaren Welt ausdrückten. Im Laufe der Jahrhunderte verlor sich jedoch der piktographische Charakter der Symbole.

Der Gesamtbestand dieses Schriftsystems beträgt schätzungsweise 50.000 Kanji, auch wenn in Japan heutzutage in der Regel nur 3.000 verwendet werden. Um ihre Verwendung zu vereinfachen, wurde im Jahr 1981 von den zuständigen Behörden eine Liste von rund 2.000 Kanji für den Alltagsgebrauch, die so genannte Joyo-Kanji-Liste, empfohlen. Kanji bestehen zumeist aus zwei Teilen: einem sinngebenden „radikalen“ Teil und einem lautgebenden „phonetischen“ Teil, der zum Lesen des Zeichens dient. Es gibt 214 Radikale, aber nur ungefähr 50 werden zur Bildung einer beträchtlichen Anzahl von Schriftzeichen verwendet. Viel zahlreicher sind die phonetischen Teile, von denen es rund 858 gibt.

Bei der Lautbildung besteht keine klare Unterscheidung zwischen Konsonanten und Vokalen. Das Japanische besitzt kein Alphabet, sondern eine Silbenschrift (Kana), die aus Silbenzeichen bestehen. Sie verkörpern alle grundlegende Laute der Sprache und können in keiner Weise getrennt werden. Es sind insgesamt 46 Laute, die als „Seion“ bezeichnet werden, also „reine“ oder „wesentliche“ Laute.

Durch Hinzufügen von zwei kleinen schrägen Strichen an der rechten oberen Ecke (sog. nigori) oder eines kleinen Kreises (sog. maru) bei einigen Lauten erhält man jeweils die Zeichen für 20 „unreine Laute“ (dakuten) und 5 „halbreine Laute“ (handakuten). Schließlich gibt es noch 36 „zusammengezogene Laute“, (sog. Yoon), die sich aus der Kombination von einigen der vorgenannten ergeben.

Die beiden Formen der Kana-Silbenschrift heißen Hiragana und Katagana. Hiragana wurde in früheren Zeiten vorwiegend von Frauen gepflegt. Sie besteht aus 48 Zeichen und wird vor allem für Wörter japanischer Herkunft, für Partikel, Endungen von Verben und oft für Wörter chinesischer Herkunft verwendet, die nicht mit den offiziell genehmigten Zeichen für den Alltagsgebrauch wiedergegeben werden können.

Auch die Silbenschrift Katakana besteht aus 48 Zeichen. Sie wird hauptsächlich für Fremdwörter verwendet, die von nicht chinesischen Sprachen abgeleitet sind, und wird zur Betonung von Besonderheiten der gesprochenen Sprache und zur Lautmalerei eingesetzt. Sie dient zum Schreiben von wissenschaftlichen Bezeichnungen für Flora und Fauna, von Eigennamen, modernen technischen Fachbegriffen oder für besondere stilistische Ausdrucksweisen.

Neben Hiragana und Katakana gibt es zwei weitere Schriftarten für das Japanisch:

  • Romaji, eine Umschrift in das lateinische Alphabet. Sie hat ihren Ursprung in der Veröffentlichung religiöser Texte durch Jesuiten im Jahr 1549. Später wurde diese Schriftart vor allem zur Vereinfachung der Beziehungen mit dem Westen wieder aufgegriffen.
  • Nipponshiki (oder Kunreishiki), ein von der Schriftart Romaji abgeleitetes und 1954 modifiziertes Schriftsystem, das sehr selten und in der Regel nur für offizielle Dokumente verwendet wird.

Im Japanischen gibt die Reihenfolge der Wörter nicht die grammatikalische Funktion der Substantive in einem Satz an. Die grammatikalische Funktion wird durch dem Substativ nachgestellte Partikel verdeutlicht. Die wichtigsten Partikel sind: ga, wa, wo, ni und no. Das Partikel wa ist besonders wichtig, da es den Gegenstand oder das Thema eines Satzes angibt. Was das Verb anbetrifft, so werden weder die Person noch die Zahl darin ausgedrückt.

FAQs

Kann man mit einem PC, der über ein Betriebssystem in westlicher Sprache verfügt, auf Japanisch schreiben?

Ja, und zwar durch das System IME (Input Method Editor), eine Eingabemethode zum Schreiben komplizierter Schriftzeichen (wie eben des Japanischen, Chinesischen, Koreanischen, usw.) mit einem Computer, der über ein Betriebssystem in westlicher Sprache und eine westliche Standardtastatur verfügt. Der Begriff IME wird generell im Microsoft Windows Kontext benutzt. Bei anderen Betriebssystemen ändern sich die Akronyme wie z. B.: Input Method für Mac OS, FEP für MS-DOS oder XIM für X Window System.

Muss man beim Übersetzen ins Japanische Eigennamen und Kürzel umschreiben?

In vielen Fällen ist es vorzuziehen, Eigennamen (z.B. Personennamen) ins Japanische umzuschreiben, d.h. die Aussprache des Namens in der Originalsprache unter Verwendung der Schriftzeichen des am besten geeigneten Alphabets wiederzugeben. In anderen Fällen, wie z.B. bei Kürzeln oder Namen von Handelsmarken, zieht man eine unveränderte Übertragung vor. Man tut gut daran, von Mal zu Mal abzuwägen, ob das Umschreiben sinnvoll ist.

Gibt es im Japanischen einen Unterschied zwischen Klein- und Großschreibung?

Nein, die Schreibweise der Ideogramme bleibt unverändert.

Verwendet man im Japanischen die Fett- und Kursivschrift u. dgl.?

Ja. Im Japanischen sind die Fett- und Kursivschrift gebräuchlich, und dank der Verbesserung der Textverarbeitungsprogramme im Japanischen ist keine Änderung des Fonts erforderlich.

Schreibt man Japanisch nur horizontal (von links nach rechts) oder sind andere Richtungen möglich?

Japanisch kann horizontal (von links nach rechts) oder vertikal geschrieben werden, wobei sich jedoch in diesem Fall die Schreibrichtung ändert, und zwar von rechts nach links. Normalerweise sind Bücher, Zeitschriften und Tageszeitungen vertikal geschrieben. Ist dies nicht der Fall, zieht man es jedoch auch bei horizontaler Schreibweise vor, den Seitenumbruch von rechts nach links gerichtet zu halten, weshalb die meisten Bücher oder Manga (Comics) umgekehrt zu westlichen Texten „von hinten“ aufgemacht und gelesen werden.

Gibt es im Japanischen Regeln für die Silbentrennung?

Nein, es gibt keine Regeln für die Silbentrennung. Deshalb kann man bei der graphischen Gestaltung eines Textes einen Satz nach Belieben trennen und an jeder beliebigen Stelle einen Absatz machen.

Japanisch (JA) ultima modifica: 2016-10-01T08:00:53+00:00 da interlanguage.it