Irisch (GA)

Language family: KELTISCH

Alphabet: LATEINISCH

irisch

Die irische Sprache ist eine der drei goidelischen oder gälischen Sprachen. Zu diesen zählen auch das Schottisch-Gälische und das auf der Isle of Man gesprochene Manx. Damit gehört Irisch zum inselkeltischen Zweig der keltischen Sprachen und weist Ähnlichkeiten mit dem Walisischen und dem Bretonischen auf.

Laut dem 8. Verfassungsartikel ist Irisch die Hauptamtssprache in Irland, gefolgt von Englisch. Seit dem 13. Juni 2005 führt die Europäische Union Irisch auch als eine ihrer Amtssprachen. Zunächst wurden innerhalb der Europäischen Union jedoch im Wesentlichen nur die Verträge und andere Gesetzestexte von primärer Bedeutung in Irisch veröffentlicht. Ab dem 1. Januar 2007 werden nun auch bestimmte Gesetzestexte nachgeordneter Bedeutung in irisch-gälischer Sprache veröffentlicht.

Gemeinhin wird davon ausgegangen, dass die irische Sprache über die Jahrhunderte hinweg nach und nach die zuvor in Irland gesprochenen Sprachen verdrängt hat; von diesen Sprachen sind zwar keine direkten Spuren mehr erhalten, sie sind im Irischen jedoch als linguistisches Substrat nachzuweisen. So kam es, dass Irisch zum Zeitpunkt der Ankunft des Christentums im 4. und 5. Jahrhundert die alleinige Sprache auf der Insel war.

In der jüngeren Vergangenheit wurde die irische Sprache durch die Vorherrschaft der englischen Sprache zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in wenige Gebiete zurückgedrängt, die vornehmlich entlang der Westküste der Insel liegen. Diese Regionen werden heute unter dem Begriff Gaeltacht zusammengefasst und hier ist Irisch offiziell die vorherrschende Sprache. Jedoch hat der Staat auch auf dem Rest der Insel dem Erhalt der ursprünglichen Sprache stets einen hohen Stellenwert eingeräumt, weshalb Irisch als Pflichtfach an allen staatlichen Schulen des Landes vertreten ist. Auch heute ist Irisch auch außerhalb der Gaeltacht noch überall auf der Insel anzutreffen. So sind beispielsweise Orts- und Straßenschilder in der gesamten Republik nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Irisch beschrieben. Nur in den Gaeltacht-Regionen sind diese Schilder ausschließlich in Irisch gehalten. Dasselbe gilt für öffentliche Dokumente und Gedenktafeln.

Außerhalb der Gaeltacht hört man allerdings eher selten Irisch sprechende Menschen. Hin und wieder hört man Irisch vor allem bei etwas älteren Menschen in Städten wie Galway oder seltener auch in Dublin. An den Universitäten gibt es hingegen durchaus einige Fakultäten, an denen in Irisch gelehrt wird, vor allem im humanistischen Bereich und im Studium der keltischen Sprache und Kultur.

Die tatsächliche Nutzung der irischen Sprache bei der gebildeten städtischen Mittelschicht ist schwer einzuschätzen. Innerhalb dieser sozialen Gruppe ist die Kenntnis der irischen Sprache zwar relativ ausgeprägt, jedoch wird sie vornehmlich passiv beherrscht, bzw. lediglich im familiären Kontext verwendet. Sämtliche Gesetzestexte müssen auch in irischer Fassung verabschiedet werden, auch wenn dieses Gebot in der Praxis nicht immer umgesetzt wird. Insbesondere für Urteile wird nur der englische Text herangezogen und oftmals wird die irische Fassung erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Das Irische wird heute mit lateinischen Buchstaben geschrieben. Früher wurde jedoch eine eigene, aus lateinischen Großbuchstaben abgeleitete Schrift verwendet (Cló Gaelach). Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurden irische Bücher und andere Schriftstücke häufig in diesem älteren Schriftsatz gedruckt. Heute wird dieser nur noch für dekorative Zwecke gebraucht.

Im Irischen werden fünf kurze Vokale und fünf lange Vokale geschrieben. Weiterhin werden 13 Konsonanten verwendet; die restlichen im lateinischen Alphabet vorkommenden Konsonanten (j, k, q, v, w, x, y, z) treten nur in in der Übertragung von Fremdwörtern und in Lehnwörtern auf.

Das Irische ist eine Sprache mit einer ausgeprägten Flexion, auch wenn im Laufe seiner Entwicklung der ursprünglich synthetische Bau zunehmend durch analytische Bildungen ersetzt wurde. Wie bei allen inselkeltischen Sprachen (mit Ausnahme des Bretonischen), folgt die neutrale Satzstellung dem Grundschema Verb-Subjekt-Objekt. Alle semantisch eigenständigen Satzglieder können durch Satzumbau jedoch nach vorne gestellt werden, um den Fokus des Satzes zu ändern.

Zudem werden fünf Zeitformen unterschieden: Präsens, Präteritum, Imperfekt, Futur und Konditional. Dabei besitzt die Zeitform Konditional zwar einen stark modalen Aspekt, wird jedoch innerhalb der Paradigmen der Zeitformen gebildet und daher zu diesen gerechnet. Darüber hinaus gibt es den Konjunktiv, den Imperativ und Partizipien. Der Infinitiv ist dem Irischen hingegen unbekannt.

Für die Substantive existieren die zwei grammatischen Geschlechter Maskulinum und Femininum.

Die Nominalflexion steht kurz davor auszusterben. Während der Genitiv und der Vokativ noch relativ lebendig sind, ist der Dativ nahezu vollständig verschwunden und der Akkusativ unterscheidet sich vom Nominativ nur in einem einzigen Fall.

FAQ
Muss beim Export eines Produkts nach Irland die begleitende technische Dokumentation in irischer Sprache verfasst sein?
Nein, da Englisch als zweite Amtssprache offiziell anerkannt ist und die Gleichwertigkeit der beiden Sprachen gesetzlich festgelegt ist, genügt die Übersetzung der Dokumentation ins Englische.

Irisch (GA) ultima modifica: 2017-04-02T08:00:10+00:00 da interlanguage.it